Montag, 21. Juli 2008

IWDM 2008

Am Sonntag um halb neun spiele ich meine letzte Hand (Flieger geht um 24:00 und dieses Mal wollte ich keinen Stress) und bekomme KK*große Freude*. Zwei limpen der Spieler vor mir raist auf 24 USD. Ich denk mit AA hätte er sicher slowplay gemacht und setz ihn auf AK oder QQ. Hab noch 85 USD und geh all in. Er fragt was ich hab, ich 72;-) Er überlegt ewig. Ein andere Spieler macht mich darauf aufmerksam, dass mein Herz ziemlich wild pocht. Und er hat recht, obwohl ich schon eine Woche in Vegas bin, is mir ein 160 USD noch immer nicht wurscht;) Er zeigt AQ und das board is nett zu mir. Versöhnlicher Ausklang einer Pokerwoche bei der ich viel Erfahrung gesammelt hab...




Fliegen is total angehenm. Der Taxler bringt mich direkt zum check in der US airways. Dort steck ich die Kreditkarte in einen Automaten, bekomm meine Tickets und geb meinen Koffer auf. Sicherheitskontrolle is a bisserl ungut, weil ich Flüssigkeiten über 100 ml mit hab. Die nette Dame kriegt jedes Mal einen Herzinfarkt wenn ich irgendwas angreifen will, um ihr zu erklären was das is. DON'T TOUCH IT!! Jedes Mal denkt sie ich zünde Flüssigspregnstoff. Gegen Ende macht es mir schon Spaß*hihi* Zum Schluß findet sie dann 7 illegale Sachen in meinem Gepäck. Und weil sie so lieb is, darf ich 5 davon behalten. Logisch is das wohl. Diskutieren bringt nix und ich entscheide mich sie noch einmal richtig zu erschrecken bevor ich mich von meinem haargel und meiner gurgellösung trenne. Sie schaut kurz nicht hin ich erwisch die Gefährlichste von allen Flüssigkeiten (die grüne Gurgellösung) und sie panikartig: DON'T TOUCH IT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! mehrmals;-) Das scheinen die wirklich gut trainiert zu haben*hihi*

Im Flieger bekomme ich die Notwasserungsausstiegsreihe zugeteilt und werde gefragt ob ich mich fähig fühle im Falle des Falles die Tür zu öffnen. Muß sich da eine Menge durchlesen und am Ende das ganze bestätigen. Das Feine dabei war, dass ich extrem viel Fußfreiheit hatte(Friedl so macht fliegen auch dir Spaß). Um halb zwei komme ich dann in Tucson an und bin total glücklich, dass der Taxler das Hotel kennt in dem ich reserviert hab.

Um 8 beginnt dann die Konferenz. Ich hänge schnell mein Poster auf hol mir meine Hundemarke, um zum Abendessen zugelassen zu werden und verheia mich nach der ersten session. Is zwar alles extrem interessant, aber mit 3h Schlaf is jeder Vortrag eine Qual. Am Nachmittag geh ich dann brav alle sessions (6h reicht eigentlich eh für einen Tag). Die Teilnehmer sind total nett und vor allem interessieren sie sich für das was ich die letzten 4 Jahre gemacht habe;-) Zwei wollen wissen ob ich Interesse an einer post docs Stelle habe. Leider keiner in der Nähe von Vegas sonst hätte ich sofort zugesagt. So zum Schluß noch ein Foto vom Workshophotel.




Mittwoch, 16. Juli 2008

Welcher Körperteil ist der Ehrlichste?

Das Gesicht, die Hände oder die Beine? Mein neues Buchi meint es seien die Beine. Nein, ich bin nicht völlig betrunken nach 10 Long Island und schreibe wirres Zeug in meinen Blog. Es geht ums Pokerspielen und da sind die Beine wichtig. Und zwar is es so, dass die Beine irgendwie mit einem Hirnteil, der unbewußt Gefühle überträgt, verknüpft sind. In der Praxis schaut das dann so aus: Wenn der Gegner all in geht mit 100 USD schaut man auf seine Beine, stampft er freudig vor sich hin dann foldet man, wickelt er die Beine jedoch um den Sessel dann kann man gefahrlos callen.

Da ich super tight spiele (AA,KK,AK wenn geraist; JJ+,AJ+ raise, wenn ungeraist, mit XX limpen, wenn Position ok; sc und c spiele ich nicht), spiele ich knapp 5 Hände in der Stunde. Deshalb habe ich viel Zeit die Gegner zu beobachten und ich muß sagen die Beine sind ein guter Indikator. In der Praxis gibt es allerdings ein paar Probleme. Man sieht nicht alle Beine und die Besitzer mancher Beine sind so besoffen, dass sie keine Emotionen mehr zeigen beinmäßig. Aber Bein um Sessel gewickelt hat lustigerweise meist gestimmt bei allen heads up Entscheidungen. Stampfende Beine waren nicht so zuverlässig.

Das Spielen selber is mäßig spannend, wenn man gewohnt is online 80 Hände pro Tisch auf drei Tischen mit 45% flop sehen zu spielen dann is das super getighte auf einem Tisch furchtbar fad. Leider spiele ich live nur 5% der online Hände;-) Lustig sind die Gegner: weiße Jugendliche mit ipod und Brille, grimmige Mexikaner und schwarze Muskelpakete mit Goldzähnen (da will ich oft gar nicht so wirklich gewinnen).
Die kids mit dem ipod holen sich meist die Kohle von den Mexikanern und die Schwarzen steigen so +- 0 aus. Tische sind total unterschiedlich extrem tight bis loose (das beste war ein 700 USD der mit Ace high gewonnen wurde*hihi* leider nicht von mir). Zwischen 2:00 und 5:00 sind die Chancen gut, dass ein paar Betrunken, den Tisch loose machen mit straddles (blind bet von UTG). Es is zwar 1/2 USD NL Holdem, aber der normale raise is 10 bis 15 USD um den flop zu sehen. Sprich entweder man spielt dann die Hand bis zum Ende oder man foldet gleich. Wenig Platz für Strategie.

Habe bis jetzt 8h gespielt und bin 46 USD im Minus. Bin am Überlegen, ob ich weiter als short stack mein Glück versuche (40 USD buy in) oder morgen mal einen 200 USD buy in wage. Bei dem kleinen Limit is vor allem der rake ein Problem. In den acht Stunde hab ich 40 USD rake bezahlt und 10 USD tips (wenn man einen großen pot macht is das üblich). Dafür kriegt man alle Getränke umsonst;-) Und in acht Stunden kann man 46 USD leicht versaufen. Auf dem ersten Bild sieht man mich pokerfertig mit tell Schutz;-) Das zweite is ein Essensgutschein, den man fürs Pokern bekommt. Im nächsten Post wirds um fettes Essen, faule Amis und Klimaanlagen gehen. Bin derzeit noch auf der Suche nach geeigeneten Kandidaten für ein paar nette Fotos.


Strip und Hinterland

Strip ist das Zentrum von Las Vegas. Dort wo die Casinos, Hotels und Shows sind. Der Rest ist ziemlich heruntergekommen. Ich würde fast sagen der Kontrast ist so stark wie in Brasilien und das Hinterland wird von den Stripbewohnern nur mit dem Auto durchquert. Jedes Hotel und die Verbindungen zwischen den Hotels am Strip werden von privaten Sicherheitsdiensten bewacht. Gestern auf dem Weg zum Gamblers Bookshop, der im lonley planet empfohlen wird, mußte ich ca. 400 m weg vom Las Vegas Blvd und da sind mir 10 Obdachlose begegnet. Jetzt kann man hochrechnen wieviele es in der ganzen Stadt gibt;-) Die Obdachlosen sind von der Hitze extrem gezeichnet. Is glaub ich nicht so lustig ohne Klimaanlage in Vegas. Die Grazer Sandler sind da um einiges besser drauf. Hat was Geisterhaftes, wenn sie so daherherwanken in der Mittagssonne.

Naja das Leben is kein Ponyhof. Vor allem nicht im kapitalistischten Teil der Staaten. Wurscht;-) Habe mir danach als Kontrastprogramm die 5 Stern Hotels angeschaut. Lustigerweise kann man in jedem Hotel gratis die Pools benutzen und sonst auch alles anschauen. Zwischen dem Eingang und dem Pool lauern natürlich die einarmigen Banditen. Insofern wird sich das schon alles rechnen und quersubventionieren. Ich hab mir immer eine 1 Cent Maschine gesucht, gewartet bis mir mein Cocktail gebracht wurde, dann das Spielen beendet und das Hotel besichtigt. So zahlt man im Schnitt 3 USD für einen Long Island. Am Ende des Tages war ich dann schon recht gut drauf und froh, dass die ihre Cocktails gscheit wassern.

Zwei Hotels haben mir besonders gut gefallen. Das Stratosphere Hotel ist 300m hoch und bietet eine traumhafte Sicht auf den Strip. Der Lift bringt Dich in weniger als 10 Sekunden auf diese Höhe. Sind ziemlich stolz auf das Ding. Das zweite is das Venitian. Dort haben sie den Canal Grande nachgebaut. Innerhalb des Hotels mit Wasser zum Gondelfahren und künstlichem Himmel. Da war ich dann so verwirrt, dass ich zwei Stunden nicht mehr wußte ob ich jetzt draußen bin oder drinnen. Den Himmel haben sie verdammt gut gemacht. So zum Schluß noch ein paar Fotos....





Montag, 14. Juli 2008

Der letzte Bus...

Einige Tage später als ursprünglich geplant ging es am Samstag endlich los. Da die Flugpreise Graz-Frankfurt für Kurzentschlossene ungut teuer (1400 Euro) sind, entscheide ich mich für die 9-stündige Zugfahrt. Im Endeffekt sind es dann gute 11 Stunden geworden, weil wir vor der Grenze bei einem Unwetter warten mußten. Unglücklich war, dass sich das Scheißding genau wie ich beim Pinkeln bin ruckhaft zur Weiterfahrt entschließt. Weißt da steht das Ding 90 Minuten und dann nutzt es hinterhältig das 2 Minutenfenster. Ansonsten ist die Fahrt recht nett und ich habe endlich Zeit meine Reiseführer und ein paar Pokerbücher zu lesen. In Frankfurt war dann a bisserl lästig, dass das Hotel wo ich um zwei ankam ausgebucht war. Der nette Mann vom check in gibt mir eine Karte und zeichnet mir ein nahes Hotel ein. Is recht lustig in der Nacht, wenn man keine Orientierungspunkte hat*grml*. Um halb zwei erreiche ich mein Ziel, ärger mich kurz über den unverschämt hohen Preis, checke meine Optionen und akzeptiere.



Um 6:30 gehter der Wecker. Ich denk mir 3h am Flughafen warten is deppat und dreh mich noch einmal um. Das war ein großer Fehler, weil Frankfurt is a bissi größer als Graz und da dauert alles länger. Um 7:45 komme ich dann an Terminal 1 an (105 min vor dem Abflug). Prinzipiell wäre sich das ja stressfrei ausgegangen, wenn nicht der deppate Busfahrer vom sauteuren Hotel gesagt hätte Condor fliegt von Terminal 2 weg. Hätte er einfach gesagt ich weiß es nicht, ich hätte jetzt einige graue Haare weniger. Um 8:05 erkenne ich meinen Fehler und hirsche zu Terminal 1 zurück langsam wirds eng, aber ich denk mir das könnte sich noch ausgehen. So gegen 8:30 dafrag ich, dass Condor jüngst in section C umgezogen is und das Infoblatt nicht mehr aktuell is. *großeFreude*. Um 8:35 erreiche ich dann den check-in. 450 Leute stehen an. Doch dann geschieht ein Wunder. Wie ich näher komme höre ich gerade letzter Aufruf für Vegas bitte kommen sie vor. Überglücklich mir das deppate Anstehen erspart zu haben gebe ich mein Gepäck ab. Ich überlege kurz noch ob ich Zeit habe einige wichtige Einkäufe zu erledigen bevor ich Einsteige, aber dann höre ich letzter Auruf nach Vegas bitte sofort zu Gate 62 kommen. Bei der Gepäckskontrolle das gleiche Spiel ich zeige mein Ticket und die Leute lassen mich widerwillig vor. Um 9:05 erreiche ich dann das Gate. Also 25 Minuten vor dem Abflug in Graz reicht das für 2x einchecken und Gepäck kontrollieren lassen, aber Frankurt is anders. Was lernen wir daraus, wenn man a bisserl Pech mit seinen Informanten(sei es Busfahrer oder Infoblatt) hat und ein Busgate erwischt besser nicht mehr umdrehen, wenn der Wecker geht und 3h früher aufstehen;-) Beim Wegfliegen träume ich davon in Sin City auch so ein Glück wie beim Abflug zu haben war irgendwie lustig letzter im letzten Bus...